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Trentino-Südtirol

Trentino-Südtirol: Geografie

Jeder Teil dieser Region ist Gebirge oder Talboden zwischen Gebirgen, und beides hat entschieden, wo Menschen leben und wie seit zwei Jahrtausenden Waren bewegt werden.

Der Etschkorridor

Die Etsch, Italiens zweitlängster Fluss, fließt von den Alpen südwärts an Meran, Bozen, Trient und Rovereto vorbei und weiter ins Veneto. Ihr Tal ist das Rückgrat der Region: Höfe, Weinberge, Autobahn, Eisenbahn und fast die gesamte Bevölkerung liegen darin. An seinem Kopf steht der Brenner mit 1.370 m, der niedrigste Übergang über den Alpenhauptkamm und der Grund, warum dies immer die Hauptroute zwischen Italien und Mitteleuropa war.

Die Dolomiten

Die östlichen Berge sind geologisch vom übrigen Alpenraum verschieden. Sie bestehen aus Dolomitgestein — fossile Korallenriffe, in der Trias in einem tropischen Meer abgelagert, später gehoben und zu Türmen, Zinnen und senkrechten Wänden erodiert. Die helle Farbe erzeugt das Enrosadira, das rosarote Leuchten bei Sonnenauf- und -untergang. Die UNESCO nahm 2009 neun getrennte Gebiete als Naturerbe auf und nannte dabei Landschaft und Geologie gleichermaßen.

Die westlichen Gruppen und die Gletscher

Westlich der Etsch sind die Berge kristallin statt kalkig, und höher. Die Ortler-Cevedale-Gruppe erreicht 3.905 m und trägt die größte Gletscherfläche Italiens, geschützt im Nationalpark Stilfserjoch. Südlich davon liegen die Adamello-Presanella-Gruppe und die Brenta-Dolomiten, ein vorgelagerter Kalkstock westlich des Flusses.

Seen und klimatische Eigenheiten

Die Nordspitze des Gardasees reicht bei Riva ins Trentino, und der See mildert das Klima so weit, dass am Alpenfuß Oliven und Zitronen gedeihen. Umgekehrt staut das abgeschlossene Becken von Bozen die Sommerhitze so wirksam, dass die Stadt regelmäßig zu den heißesten Orten Italiens zählt — eine merkwürdige Tatsache für einen Ort, der von Skigebieten umgeben ist.

Folgen

Steilheit und kurze Vegetationszeiten haben die Landwirtschaft zu dem gedrängt, was am Hang funktioniert: Reben an den Talflanken, Äpfel in der Ebene — das Nonstal gehört zu den größten Apfelanbaugebieten Europas — und Milchwirtschaft in der Höhe. Der Gletscherrückgang verändert inzwischen Wasserhaushalt und Bergsicherheit zugleich.

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